3. Oktober 2017

Internationaler Garten Lich – Vorbild, Erfahrungsaustausch und Inspiration

Projektgruppe „Büdingens internationale Schrebergärten“ zu Besuch beim Forum für Völkerverständigung in Lich 

"Die Türken ziehen ihre Chillischoten kreuz und quer und die Russen Gurken und Gartenzwerge, die Franzosen mögen’s mit vielen Kräutern und die Asiaten kunterbunt?"  Was sich im ersten Moment wie Vorurteile anhört, ist einer der höchst interessanten Aspekte des „Internationalen Gartens Lich“ vom Verein „Forum für Völkerverständigung.  Denn anders als beim durchschnittlichen deutschen Schrebergarten, wo Tomaten, Gurken und Bohnen meist in Reih und Glied gezogen werden, gärtnert jede Nation auf eigene Art und Weise und legt beim Obst- und Gemüseanbau den Fokus auf die jeweils eigene Lebens- und Ernährungsgewohnheiten. Bei einem Besuch holten sich jetzt der Projektleiter der Internationalen Schrebergärten Büdingen Kurt Stoppel und Mitarbeiter der Gemeinwesenarbeit Rat und ließen sich von dem tollen Gartenkonzept inspirieren.  


 

 

Der 3.400 Quadratmeter große Garten mit Vorbildcharakter wurde vor rund fünf Jahren auf städtischem Gelände im Anschluss an den Schlosspark entlang der Bahn installiert. Um teilhaben zu können, braucht es für Menschen mit oder ohne Migrationshintergrund nur wenige Voraussetzungen: sie sollten die Natur und das Gärtnern lieben und müssen in der Kernstadt wohnen, denn das Projekt ist nur den Bürgern der Stadt Lich vorbehalten.

 

 

 

 

Von oben wirkt der Grundriss wie eine überdimensionale Pizza, eingerahmt von einem Dreieck aus Hainbuchen.  Die Parzellen sind sternförmig angelegt, ihr Zentrum besteht aus einem gepflasterten Platz mit Brunnen als Treffpunkt für die Gartengemeinschaft.  Auch die Ecken des Hainbuchen-Dreiecks sind gut genutzt, in ihnen sind ein Kinderspielplatz und ein NABU-Informationsgarten angelegt.  

Von links: Dieter Egner, Christa Stoppel, Koordinatorin Francoise Hönle und Kurt Stoppel
Von links: Dieter Egner, Christa Stoppel, Koordinatorin Francoise Hönle und Kurt Stoppel

„Am Anfang war hier nur ein brachliegendes Grundstück voller Brennnesseln, Disteln und Brombeeren, das als Müllhalde und Hundeklo benutzt wurde“, informierte Francoise Hönle die Besuchergruppe aus Büdingen. Die Wende brachten Bürgermeister Bernd Klein, Gräfin Dorothea Razumovsky und Barbare Gümbel vom Forum für Völkerverständigung. Die Idee zu einem Internationalen Garten sei von Gräfin Razumovsky gekommen. Doch es dauerte drei Jahre, bis der Garten eingeweiht werden konnte. Für die Schönheit und Außergewöhnlichkeit der Anlage war Landschaftsarchitektin Susanne Jakob und Diplomarchitekt Serdar Isik die entscheidenden Personen. Sie entwarfen den Garten auf dem Papier, umgesetzt wurden die Pläne von den künftigen Pächtern gemeinsam mit vielen freiwilligen Helfern und Unterstützern. Vor fünf Jahren begann der Kampf gegen Unkraut und trockene Böden. „Das Projekt hat uns viel abverlangt, dass es nun gelungen ist, macht uns umso stolzer und bereitet große Freude“, betonte Jutta Dörrenhaus-Chittka.

 

Dass es nicht einfach ist, aus einem ehemaligen Maisacker einen Internationalen Garten zu gestalten, mussten auch die Projektleiter in Büdingen erfahren: behördliche und naturschutzrechtliche Auflagen und Bestimmungen, Genehmigungen und manchmal auch eine fehlende Akzeptanz  von Nachbarn und Bürgern sind Hürden, die es zu überwinden gilt, die Zeit und Nerven kosten. „Man muss einfach Geduld haben, solch ein Garten braucht Zeit sich zu entwickeln“, riet die Koordinatorin der Gärten, Francoise Hönle. 

 

Wie sehr sich die Arbeit, Mühe und Geduld lohnen, sahen die Besucher an dem Beispiel des Internationalen Gartens in Lich. Angefüllt mit neuen Ideen und neuem Mut kann es jetzt auch in Büdingen weitergehen: „Hoffentlich sind wir in fünf Jahren auch so weit“, hofft Stoppel.

 

Info unter: www.forum-lich.de/internationaler-garten


Projekt  - "Internationale Schrebergärten"



-Dienstag, 4. Juni 2017- Tagesangebot Ferienspiele des Familienzentrum "Planet Zukunft"

 

-Dein Grüner Daumen-

-Kooperation Förderprojekt Internationaler Schrebergarten des Sozialministeriums mit Projektträger Ehrenamtsagentur und Ferienspielprogramm des Familienzentrums „Planet Zukunft“- 

Unglaublich, wie sich der Schrebergarten des vom Sozialministerium geförderten Bürgerprojekts „Bunte Gärten“ – Internationale Schrebergärten- in nur wenigen Wochen gemausert hat. Aus der ehemals tristen Maisackerfläche ist ein Garten Eden aus blühenden Blumen, süßen Früchten und allerlei leckerem Gemüse entstanden.

 

Nicht nur die Erwachsenen, die sich aus einer multikulturellen Mischung aus Einheimischen, Asylbewerbern und Menschen mit Migrationshintergrund zusammensetzen, sondern auch zahlreiche Kinder sind mit Begeisterung dabei, wenn es um Gemüseanbau und Blumenzucht geht. Am Dienstag überzeugten sich die Ferienspielkinder des Familienzentrum „Planet Zukunft“ im Tagesangebot mit dem Titel „Dein grüner Daumen 3“ für Kinder von 6 bis 12 Jahren vom Erntestand: Gibt es noch Erdbeeren? Blühen die Sonnenblumen schon? Braucht die Kapuzinerkresse Wasser? Viele Fragen, auf die die Projektleiter Christa und Kurt Stoppel die passenden Antworten bereithielten. Sachkundig und mit viel Geduld leiteten sie die kleinen Gärtner an. Und die hatten großen Spaß beim Hacken, Unkrautjäten oder Gießen, das Wasser für die Pflanzen holten sich die Kinder direkt aus dem Bach. 


Der Internationale Garten (Text von Dieter Egner)
Der über 5 500 qm große Internationale Garten Büdingen ist Teil des Projektes „Bunte Gärten Büdingen“, das vom Sozialfond des Hessischen Sozialministeriums finanziell gefördert wird. Der Interkulturelle Garten (Schrebergartenprinzip) besteht aus 30 einzelnen Parzellen von je 70 bis 90 qm, auf denen Gemüse und Kräuter (darunter in Deutschland wenig bekannte Arten und Sorten aus den Herkunftsländern) umweltfreundlich und für den Eigenbedarf angebaut werden. Es gibt außerdem gemeinschaftlich genutzte Flächen, um die Begegnung zwischen „Neubürgern“ und „Altbürgern“ zu fördern. Wie der ehrenamtliche Projektleiter Kurt Stoppel mitteilte, wurden bereits die Parzellen den Interessenten zugeteilt, die sie nun eigenständig bewirtschaften. Die Nutzergruppe setzt sich zurzeit aus 154 Teilnehmern (incl. Familienangehörige) zusammen, darunter Büdinger Bürger, Flüchtlinge, schon länger hier lebende Migranten sowie 16 Kinder des Familienzentrums „Planet Zukunft. Das gesamte Projekt liegt in den Händen der Ehrenamtsagentur Büdingen e.V.

Büdingens Bunte Gärten sind ideale Orte der Begegnung, weil dort praktisch gearbeitet wird. Mieter von Mehrfamilienhäusern, die keinen Garten haben und sich etwas Grün wünschen, finden hier ihre Betätigung. Da viele Migranten und Flüchtlinge aus kleinbäuerlichen Verhältnissen kommen, können sie hier ihr Wissen gut anwenden und einbringen. 

Ein Garten auch für Kinder
Die ersten Kinder nahmen ihre Beete im Internationalen Garten Büdingen im Eichelsgrund in Besitz. Ein kleines Gartenstück von 180 x 75 cm steht dort jedem Garten-Kind zur Verfügung

Auf ihrem Teilstück können die Kinder nun pflanzen, säen und auch ernten. Zuerst aber mussten die Beete vorbereitet, die großen Erdklumpen zerkleinert und Vogelsberger Torf eingearbeitet werden. Dann wurden die ersten Erdbeerpflanzen in die Beete gesteckt. Blumenpflanzen werden später folgen. Nun beginnt die Zeit des Wartens und der Pflege. Es wird noch etwas dauern bis die Erdbeeren, versehen mit einem Sahnehäubchen, auf dem Tisch stehen. Aber genau diese Vorstellung machte den Kindern schon jetzt Freude.

Auf dem Gesamtgelände des Internationalen Gartens wurden inzwischen 16 Kinderbeete eingerichtet. Unter Leitung von Christa Stoppel, Kurt Stoppel und Mechthild Pohl vom „Netzwerk Neue Nachbarn“ in der Ehrenamtsagentur Büdingen sowie dem Betreuerinnen Elena Knippel und Gabi Klebsch vom Familienzentrums „Planet Zukunft“ werden die Kinder-Gärtner ganzjährig betreut, angeleitet und bei der Gartenarbeit unterstützt.


 

 

In den Schrebergartenparzellen der Internationalen Gärten, an der Kläranlage zwischen Büdingen und Büches, erhält jeder ein rund 300 Quadratmeter großes Stück Land zum bepflanzen. Für ältere Mitbürger können Hochbeete angelegt werden. Der Garten soll auch als Familiengarten dienen, es ist der Bau eines Spielplatzes geplant.

Kontakt

Christa und Kurt Stoppel

06042 9567905

Stoppel-wi@t-online.de

 


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Presse



Gemeinwesenarbeit der Stadt Büdingen

Eberhard-Bauner-Allee 16

63654 Büdingen

E-Mail Gemeinwesenarbeit@stadt-buedingen.de

Regina Krinke, Koordinatorin

Telefon 06042 – 884 179

Elke Schmidt, Koordinatorin

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